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Baden-Württemberg

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Schafe

Schafhaltung in Baden-Württemberg

Von allen Nutztierarten der Welt hat das i Schaf die größte Verbreitung und das vielfältigste Erscheinungsbild. Es ist wie kaum ein anderes Haustier angepasst an die natürlichen Standortbedingungen von Klima und Nahrung.

Schäfer
Grundschule: Milchschaf Moggele
Schäfer mit seiner Schafherde
Brillenschaf

Mit einem Bestand von gut 300.000 Schafen im Jahr 2001 zählt Baden-Württemberg in Deutschland zu den schafreicheren Ländern. Bis zum Jahr 1965 waren die Bestands- und Halterzahlen mit nur noch knapp 110.000 Schafen bzw. 3.000 i Schäfereien auf den bisherigen Tiefststand gesunken. Danach ist der Schafbestand zunächst kontinuierlich, seit etwa 10 Jahren nur noch in geringem Umfang angestiegen. Die Anzahl der schafhaltenden Betriebe geht seit Mitte der 80er Jahre von knapp 10.000 Betrieben auf rund die Hälfte im Jahr 2001 zurück. Dagegen ist die durchschnittliche Herdengröße seit 1950 von 14 Schafen auf 68 Schafe je Halter gewachsen.

Zwillingsschafe
Schafwäsche

Früher wurden Schafe insbesondere zur Wollgewinnung gehalten, heute lohnt sich das nicht mehr. Der Wollertrag deckt oft nicht einmal den Schurlohn. Die meisten Schafe werden vorrangig zur Fleischerzeugung sowie zur Pflege und Erhaltung extensiver Grünlandflächen, unterstützt durch staatliche Fördermaßnahmen, gehalten.

Milchschafe findet man überwiegend in Kleinbetrieben. Schafmilch wird gerne von Familien mit kleinen Kindern nachgefragt. Sie ist ein hochwertiger Ersatz für Kuhmilch, wenn diese nicht vertragen wird. Häufig wird sie zu

Schafherde

1. Schafherde
2.Schafe und Luftschiff Foto: LMZ Nr.020569

Käse und anderen Sauermilchprodukten verarbeitet, Delikatessen, die sich großer Beliebtheit erfreuen.

Wirtschaftliche Gründe zwingen immer mehr kleinere Betriebe, die Schafhaltung einzustellen, größere stocken dagegen weiter auf. Annähernd 60% der Schafe werden von rund 300 Haltern (6,5%) in Herden mit jeweils mehr als 200 Schafen in Hüte- bzw. Wanderschafhaltung gehalten.

 

Lernspiel: Milchschaf Moggele

Lernspiel Schaf Moggele

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i Die Schaffütterung

Schafe sind Wiederkäuer und haben neben dem eigentlichen Magen, dem Labmagen, noch einen Blättermagen, Pansen und Netzmagen, die sogenannten Vormägen. Der Pansen dient als Gärkammer, in dem Protozoen und Bakterien Pflanzenteile aufschließen welche sehr rohfaserreich sind wie z.B. Heu und Stroh. Schafe können also ebenso wie Kühe und Ziegen Futtermittel verwerten, welche andere Tiere nicht verwerten können.

Kunst

SchülerInnen gestalten Schafe (Landesgartenschau Heidenheim an der Brenz 2006)

 


Ein Futterwechsel darf nicht plötzlich erfolgen ( Z.B. nach der Winterfütterung mit Heu plötzlich eiweißreiches Grünfutter), weil sonst die Pansenmikroben absterben und dann schlimme Verdauungsstörungen auftreten können. Ebenso sind zu hohe Kraftfuttergaben zu vermeiden. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Energie- und Eiweißfuttermittel ist zu erzielen und es sollten genügend Mineralstoffe aufgenommen werden.
Eine abwechslungsreiche Fütterung bzw. verschiedene Futtermittel, die auf die aktuellen Bedürfnisse der Tiere abgestimmt sind (z.B. in der Laktationszeit = die Zeit in der die Lämmer mit Milch vom Muttertier versorgt werden) sollte immer berücksichtigt werden.

Kunst

SchülerInnen gestalten Schafe (Landesgartenschau Heidenheim an der Brenz 2006)

 


Begriffserklärungen für die Tabellen:

Die Energieangabe in Futtermittel erfolgt in MegaJoule (MJ)
bzw. MJ ME = umsetzbare Energie in MJ und in der Pferdehaltung MJ DE = verdauliche Energie in MJ

verdauliches Eiweiß (v.E) Maßstab für den Eiweißgehalt des Futtermittels

Das Eiweiß-MJ-Verhältnis ist ein Maßstab für den Anteil des Eiweißes am Gesamtnährstoffgehalt. Es zeigt deutlich an, ob ein Futtermittel bzw Futtermischung eiweißreich oder arm ist. Der Anteil an verdaulichem Eiweiß wird gleich eins gesetzt.

Schafwäsche
Nur mit DSL Film: Schafwäsche
Heidschnucken
Braunköpfiges Fleischschaf
Schafwäsche
Heidschnucke

Tabelle für Mutterschaf:

Tier Gewicht Trockenmasse-aufnahme, kg v.E ( g ) MJ ME
Erhaltung 65 1,2 50 16
Trächtigkeit 80 1,8 70 18
Laktation 65 2,00 195 27

Rationsbeispiel für ein säugendes Schaf mit zwei Lämmern:

Futtermittel Trockenmasse, kg verdauliches Eiweiß in g
0,5 kg Gehaltsrüben 0,072 3,5
1,5 kg Heu 1,299 91,5
1,25 kg Kraftfutter=
Ackerbohnen
1,08 278,75

Summe

2,45 374

Der Flächenbedarf für Weideland:

Eine Schafhaltung ohne Grünland ist kaum denkbar. Haltungsformen bieten sich auch auf unebenem oder steilem Gelände an, Brachflächen, Naturschutzflächen oder reinem Grünland. 10 Muttertieren / Hektar gelten als Richtwert.

Nur mit DSL: Film Schafe müssen geschoren werden
Nur mit DSL: So werden Schafe gewaschen
Film:Schafschur nur mit DSL
Film:Schafwäsche nur mit DSL

Das Futter während der Winterzeit und Stallhaltung

Ohne gutes Heu ist eine gesunde Herde und eine wirtschaftliche Schafhaltung und -zucht kaum denkbar. Verschiedene Stroharten werden hinzugefüttert, insbesondere Haferstroh.
Saftfutterpflanzen wie z.B. verschiedene Rübenarten sind bestens für die Winterfütterung geeignet. Silage kann ebenfalls verfüttert werden. Futterkartoffeln sind ein kohlenhydratreiches Ergänzungsfutter. Leistungsfutter wie z.B. gequetschter Hafer oder gequetschte Gerste sowie Körnerleguminosen werden sparsam verabreicht.
Nicht fehlen dürfen Salzlecksteine und täglich ca. 20 g Mineralstoffmischung pro Tier.
Das wichtigste Lebensmittel auch für Schafe ist sauberes, kaltes Wasser.

Schafschur
Schafherde
Futterraufe
Landschaftspflege mit Schafen

Bedarfsberechnung an Heu für die Winterfütterung von 30 Schafen:

1.Heumenge

30 Schafe x 1,5 kg Heu = 45 kg
45 x 130 Winterfuttertage = 5850 kg

2.Flächenbedarf ohne Weide

7500 kg / ha (75 dt/ha) - 10.000,00 m²

5850 kg - x m²

5850 x 10.000 / 7500 = 7800,00 m²

Was gibt es zum Fressen?
Schafbock
   

Ackerfutteranbau

Je nach Höhenlage bzw. Klimagebiet und Boden schwankt der Ertrag. Wir rechnen hier beispielsweise mit 600 dt/ha Futterrüben.

1. Futterrübenmenge

30 Schafe x 0,5 kg Futterrüben = 15 kg
15 kg x 130 Winterfuttertage = 1950 kg

2.Flächenbedarf

60.000 kg (600 dt/ha) - 10.000,00 m²

1950 kg - x m²

1950 x 10.000 / 60.000 = 325 m²

Um die Brutto-Wirtschaftlichkeit einer Unternehmung in der Landwirtschaft zu ermitteln müssten neben den eigentlichen, innerbetrieblichen Faktoren wie Einstreubedarf, Stallmistanfall, Arbeitszeitbedarf etc. viele weiterführende Faktoren berücksichtigt werden: dezentrale Vermarktung, Energiekreislauf, ökologische Wertigkeiten, soziologische Gesichtspunkte usw.

Ziegen
Kunst Kunst
Zeichnung und Photo: Ziegenzuchtverband Baden-Württemberg

Die Kulturgeschichte der Ziegen

Seit dem Altertum wird die Ziege und vor allem der Ziegenbock mit übernatürlichen Mächten in Verbindung gebracht, seien sie göttlicher oder teuflischer Natur.

So wie im Alten Testament der “Sündenbock” mit allen Sünden der Menschen beladen und in die Wüste geschickt wurde, hält sich bis heute die Ansicht, dass Ziegen Krankheiten von Rindern und Pferden fernhalten können. Nicht zuletzt hofft der 1. FC Köln, dass ein Ziegenbock Glück bringt.

Die berühmtesten Ziegen aller Zeiten, die “Sieben Geißlein”, bewiesen gemeinsam mit ihrer Mutter jene Gewitztheit, die man den Ziegen nachsagt.

Der Schriftsteller Alphonse Daudet hat in der “Ziege des Monsieur Segiun” der sprichwörtlichen Eigensinnigkeit der Ziegen ein literarisches Denkmal gesetzt.

Länderanteile der Ziegen am Gesamtbestand in Deutschland

Ziegengesamtbestand

Gesamtbestand in Baden-Württemberg:

45 000 Ziegen

Ziegenzuchtverband Baden-Württemberg:

Herdbuchzüchter: 201
Ziegenhalter: 104
sonstige: 35

Die Bedeutung der Ziegenhaltung (700 KB)

 

Ziegenbock
Ziegenbock

Abstammung und Entwicklung der Ziege

Alle Ziegenrassen stammen von der Bezoarziege (Capra aegagrus) ab. Diese Wildziege ist in den Bergen von Kreta, Zypern und Vorderasien beheimatet, wo sie noch heute vorkommt. Die besonderen Witterungs- und Fütterungsverhältnisse dieser Regionen haben die Bezoarziege und damit auch unsere Hausziegen maßgeblich geprägt.

Der in den Alpen lebende Steinbock (Capra ibex) ist ein naher Verwandter der Ziege.

Bezoaziege
Bezoarziege Foto: Ziegenzuchtverband Baden-Württemberg

Der Mensch erkannte schon früh die wertvollen Leistungen der Ziege, so dass er diese kleine umgängliche Tierart bereits vor ca. 10.000 Jahren in den Hausstand übernahm (=Domestikation).

Damit zählt die Ziege zu den ältesten Haustier-arten in der Welt.
In Mitteleuropa, wo die Ziege früher nicht heimisch war, wurde diese entsprechend später als Haustier genutzt.

Nach der frühen Domestikation hat die ständige Zuchtarbeit durch den Menschen den Typ der Ziege sichtbar verändert: z.B. auffälligere Fellzeichnungen und höhere Milchleistungen.

Wesentliche Eigenschaften der Wildziegen sind jedoch bis heute in unseren Leistungsrassen erhalten geblieben: ausgeprägte Neugier, wählerische Futteraufnahme, hohe Kletterfähigkeit, Vitalität, Verbiss von Buschwerk, etc.

Deutsche weiße Edelziege
Milchleistungsziege Foto: Ziegenzuchtverband Baden-Württemberg

Was sind i Milchziegen?

i Ziegen, die gemolken werden. Die Milch wird zum überwiegenden Teil verkauft oder im eigenen Betrieb zu Käse, Butter und Joghurt verarbeitet.

Milchziegenhaltung

Warum Milchziegenhaltung?

  • Für den Verkauf von Ziegenmilch und -milchprodukten ist keine Quote erforderlich.
  • Guter Ziegenkäse erfreut sich zunehmender Beliebtheit beim Verbraucher.
  • Manche Menschen vertragen das Eiweiß der Kuhmilch nicht; für sie ist Ziegenmilch eine Alternative.
  • Auf durch züchterischen Fortschritt und Milchquotenregelung frei gewordenem Grünland kann mit Ziegen Milch erzeugt werden. Die Milchziegenhaltung kann zum Einstieg in die Milcherzeugung für Betriebe mit freier Stall- und Arbeitskapazität oder Junglandwirte ohne Milchquote dienen.

Voraussetzungen zur Milchziegenhaltung

  • Die Fähigkeit des Betriebsleiters für Ziegenmilch bzw. Ziegenmilchprodukte eine
    „sichere“ Vermarktungsmöglichkeit herauszufinden (Lebensmittelkette, Wochenmärkte).
  • Die Bereitschaft, in die Haltungs-, Melk- und auch Milchverarbeitungstechnik für Ziegen und deren Produkte zu investieren.
  • Für Weidegang größere, zusammenhängende Flächen, die „ausbruchsicher“ für die Ziegen eingezäunt sein sollten.

Ziege

Wie Milchziegenhaltung betreiben?

  • Unsere heimischen Ziegenrassen eigenen sich sehr gut für die Milchziegenhaltung.
    In den Höhengebieten ist im Hinblick auf Klima, Boden und Futtergrundlage der leichteren und genügsameren Deutschen Bunten Edelziege Vorrang einzuräumen.
  • Ziegen haben eine ausgeprägte Brunst in den Monaten April bis November.
    Die Lämmer kommen nach fünfmonatiger Trächtigkeit im Januar bis April zur Welt.
    Da auch Ziegen in den letzten zwei Monaten vor der Geburt trockengestellt werden müssen, ist es sinnvoll, durch entsprechende Maßnahmen (Aufteilung der Herde, Lichtprogramme usw.) dafür zu sorgen, daß Ziegenmilch und Ziegenmilchprodukte das ganze Jahr vermarktet werden können. Ein Bock reicht für 30 bis 40 deckfähige weibliche Tiere aus.

    HornformHornformHornform

     

  • Angestrebt wird bei den Milchziegen eine Leistung von 600 bis 700 kg Milch im Jahr.
    Davon gehen ca. 150-200 kg an die Lämmer, der Rest kann vermarktet werden.
  • Eine Möglichkeit, die Milch für die Lämmer zu reduzieren, bietet die Frühentwöhnung der Lämmer im Alter von 10 bis 12 Wochen oder die mutterlose Lämmeraufzucht mit Milchaustauscher für Ziegenlämmer nach der Biestmilchperiode. Das zuletzt genannte Verfahren ist jedoch kosten- und zeitaufwendig.
  • Für eine baldige Aufnahme fester Futterstoffe und ein zügiges Wachstum der Ziegenlämmer ist es wichtig, ab der 2. Lebenswoche Heu und etwas später auch Kraftfutter anzubieten.
  • Die nicht für die Nachzucht benötigten Lämmer werden zum Teil um Ostern als Milchmastlämmer oder erst im Spätsommer als Weidemastlämmer verkauft.
  • In den ersten drei Monaten nach dem Lammen stellt die Milchziege sehr hohe
    Ansprüche an die Futterqualität. Bestes Grundfutter (Heu, Gärfutter, Rüben, Gras)
    und das dazu passende Kraftfutter (Getreide, Trockenschnitzel, bei Bedarf ggf.
    Sojaschrot, oder Milchleistungsfutter), der Leistung entsprechend zugeteilt, sowie
    10 bis 20 g Mineralfutter bilden das Menü für die Milchziege. Das Mineralfutter
    sollte ohne Kupfer sein, da bei Ziegen ähnlich wie beim Schaf leicht
    Kupfervergiftungen auftreten können.
  • Der Stall muß hell, trocken und zugfrei sein. Dem neugierigen Wesen der Ziege
    entspricht am besten die Laufstallhaltung. Je Ziege mit Nachzucht sollten
    mindestens 2 qm Fläche zur Verfügung stehen. Um Futterverluste zu vermeiden,
    ist es sinnvoll, ein Freßgitter einzubauen. Das Tier-Freßplatzverhältnis sollte 1:1
    betragen. Sauberes, am besten durchlaufendes Wasser muß ständig zur Verfügung
    stehen.
    HornformHornformHornformHornform
  • Bei Weidegang ist ein straff organisiertes Umtriebsystem mit kurzer Verweildauer
    und langen Ruhezeiten anzustreben. Nur so ist ein gleichmäßiges
    Futterangebot
    ohne große Nährstoffschwankungen gewährleistet.
  • Bei größeren Tierbeständen empfiehlt es sich, die Ziegen maschinell zu melken.
    Da Stallgerüche den Geschmack der Milch beeinflussen können ist es sinnvoll,
    einen Melkstand außerhalb des Stalles einzurichten. Für den stehenden Melker
    sollte die Melkstandhöhe ca. 75 cm und für den sitzenden Melker 45 cm betragen.
    Je zwei Melkstandplätze werden mit einer Melkeinheit ausgestattet.
  • Regelmäßige Hygienekontrolle (Kotuntersuchungen und sonstige Gesundheitsüberwachung) ist vorteilhaft.

Kinder mit Ziege

Aufwand und Ertrag

  • Je ha Grünland guter Qualität können sechs bis sieben Mutterziegen und Nachzucht gehalten werden.
  • Erzeugt werden je ha Fläche rd. 3.500 bis 4.000 kg Milch und 70 bis 80 kg Fleisch.
  • Der Arbeitszeitaufwand der Milchziegenhaltung ist hoch. So wird alleine für das
    tägliche Melken von 45 Ziegen mit Melkmaschine ein Arbeitsbedarf von 90 Minuten genannt.

Gebräuchliche Futtermittel für Milchziegen

Futtermittel

Bemerkungen

Biertreber

Verzehr bis 0,9 kg TS/Tag; frisch oder als Silage; Qualität überwachen!

Futterrüben

Verzehr bis 0,7 kg TS/Tag, gehäckselt, Schmutzanteil beachten!

Getreide

gequetscht oder grob geschrotet; max.
1 kg TS/Tag

Gras und
Graskonserven

Grundlage der Ziegenfütterung, je nach Futterart- und Qualität bis 1,9 kg TS/Tag. Bei Grassilage nur gute Qualität (Listeriose) und Ration mit etwas Heu ergänzen

Kartoffeln (roh)

Verzehr bis 0,6 kg TS/Tag; keine verdorbenen, gekeimten oder grüne Kartoffeln verfüttern! Kartoffeln zerkleinern.

Maissilage

Verzehr bis 1 kg TS/Tag; Eiweißergänzung sicherstellen; an frischmelkende Ziegen

Laub und Reisig

Verzehr bis 0,5 kg TS/Tag; reich an Nähr-, Mineral- und Wirkstoffen; aber hoher Gerbsäurengehalt

Raps

Verzehr bis 0,5 kg TS/Tag, Milchgeschmack kann beeinträchtigt werden, Heuzulage erforderlich, Nitrat!

Quelle: nach Kessler, Grangeneuve 1997

Landschaftspflege
Ziegen der Fachhochschule Nürtingen im Landschaftspflegeeinsatz am Albtrauf
Foto: Ziegenzuchtverband Baden-Württemberg


Rationsbeispiele für die Winterfütterung bei Ziegen

Leistungsstadium

4. Trächt. Monat

säugend

Ration in kg

I

II

I

II

Heu gut

1,6

 

2,5

-

Heu mittel

-

1,8

-

1,8

Kraftfutter

0,25

0,5

1,0

1,15

Insg. MJ NEL

 

 

19,3

16,1

Reicht für kg Milch:

 

 

4,0

3,5

(16-18 % RP/Est. 3)
Kraftfuttermischung:


18 bis 20 % Soja
2,5 % Mineralfutter
Rest Getreide und
Trockenschnitzel


ca. 27,5% Leinextraktionsschrot
50 % Gerste/Hafer
20 % Weizen
2,5 % Mineralfutter

Fütterungsstrategie für Ziegenlämmer
(in den ersten 3 Lebenswochen)

1. Tag

reichlich Kolostralmilch

ad. lib.

2. - 3. Tag

0,5 bis 1,0 l

3 x

4. - 7. Tag

bis 1,5 l

2 x

2. Woche

1 bis 2 l *)

2 x

3. Woche

1 bis 2,5 l *)

2 x

*) ab der 2. Woche Kraftfutter, ab der 3. Woche Kraftfutter und Heu

Milchziege

Ziegenmilch und Ziegenkäse (300KB)

Fleischziegenhaltung

Im Zuge der Agrar- und Umweltpolitik hat die Fleischziegenhaltung eine zunehmende Bedeutung erlangt. Heute wird der Bestand an Fleischziegen in Deutschland auf bereits über 30.000 Tiere geschätzt.
Meist wird die ursprünglich aus Südafrika stammende Burenziege gehalten, die sich auch am europäischen Standort gut eignet.

Ziegenfleisch
Hochwertige Teilstücke von Ziegenlämmern Foto:Ziegenzuchtverband Baden-Württemberg

Was sind i Fleischziegen?

Ziegen, die auf Fleischleistung gezüchtet wurden, nicht gemolken werden,
sondern mit der Milch ausschließlich die eigene Nachzucht säugen.

Warum Fleischziegenhaltung?

Ziegenfleisch und -fleischwaren richtig zubereitet bzw. verarbeitet sind sehr schmackhaft, mager und gut bekömmlich. Das Fleisch zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an Eiweiß, Mineralstoffen und Vitaminen aus. Ziegenfleisch spricht zunehmend eine Verbraucherschicht an, die als Ersatz für das in Verruf gekommene Schweine- und Kalbfleisch oder aus diätetischen Gründen auf andere Fleischarten ausweicht.

In Ballungsgebieten mit vielen griechischen Gastarbeitern und griechischen Gaststätten besteht Nachfrage nach Ziegenfleisch.

Ziegen eignen sich aufgrund ihrer artspezifischen Freßgewohnheiten sehr gut zur Offenhaltung von Verhorstung bedrohter Flächen.

Hobbyhaltung bzw. die Freude am Umgang mit einer intelligenten, neugierigen und lebhaften Tierart.


Zicklein
Drei kleine Zicklein

Voraussetzungen zur Fleischziegenhaltung

  • - Die Beschaffung fleischbetonter, frohwüchsiger Ziegen, am besten eine Fleischziegenrasse (Burenziegen) oder Gebrauchskreuzung aus Bunte Deutsche Edelzieg und Burenziegenbock

  • - Ausreichend Weideland mittleren bis guten Ertragsniveaus
  • Gebäude, das im Winter als Stall und ggf. auch als Futtervorratslager genutzt
    werden kann
  • - Ziegensichere, über 1,20 m hohe Einzäunung mit verzinktem Knotengitter oder Elektroweidezaun
  • - Bereitschaft zur Anwendung und Aneignung von speziellem Fachwissen
  • die Fähigkeit, besondere Absatzwege bei Direktvermarktung herauszufinden

Wie Fleischziegenhaltung betreiben?

Die Fleischziegenhaltung ist ein junger Betriebszweig. Sie wird in der Bundesrepublik Deutschland erst seit Beginn der 80iger Jahre, vor allen Dingen mit der aus Südafrika stammenden Burenziege praktiziert. Diese auf Fleischleistung gezüchteten Tiere sind rahmiger, schwerer und besser bemuskelt als unsere heimischen Milchziegenrassen. Der Körper ist weiß-braun gefleckt mit hängenden Ohren und ausgeprägtem Ramskopf.

Böcke wiegen bis zu 90 kg, ausgewachsene weibliche Tiere erreichen bis zu 70 kg. Bei Weidemastlämmern wird im Alter von ca. 6 Monaten ein Gewicht von 32-35 kg angestrebt; sog. Osterlämmer werden bei einem Gewicht von 8-12 kg verkauft bzw. für den eigenen Bedarf geschlachtet.

Ähnlich wie in der Schafhaltung wird auch hier der wirtschaftliche Erfolg von der Zahl und dem Gewicht der aufgezogenen und verkauften Lämmer sowie dem dabei erzielten Erlös bestimmt. Durch ein gezieltes Haltungsmanagement, z.B. mit drei Lammungen in zwei Jahren, entsprechenden Fütterungsmaßnahmen und Vermarktungsstrategien wird versucht, den Fleischertrag der Herde und die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens zu steigern. Diese Vorgehensweise stellt allerdings hohe Ansprüche an den Standort (Futterertrag und Qualität), aber auch an den Ziegenhalter selbst. Bei schlechter Futtergrundlage muß ver­hältnismäßig viel Kraftfutter eingesetzt werden.

Deutsche braune Edelziege
Deutsche braune Edelziege

Für die Höhenlagen dürfte sich daher die einmalige Ablammung im Spätwinter und die Erzeugung von Weidemastlämmern mit gelegentlichem Verkauf des zweiten oder dritten Lammes aus Mehrlingsgeburten um Ostern als Milchmastlamm besser eignen. Auf Flächen mittleren Ertragsniveaus können bis zu sechs Mutterziegen und Nachzucht gehalten werden.

Die Muttertiere erhalten nur in den ersten drei bis vier Wochen täglich 300 bis 500 g Kraftfutter, später ist es sinnvoller, das Kraftfutter direkt an die Lämmer, z.B. im Lämmerschlupf, zu verabreichen. Bei der Mineralstoffversorgung (ca. 10 bis 20 g je Tier und Tag) ist darauf zu achten, daß Ziegen eine niedrige Kupferverträglichkeit haben. Pro Ziege mit Nachzucht sind insgesamt ca. 50 kg Kraftfutter zu veranschlagen.

Käselager
Käseküche
Käselager
Käseküche

 

Auf der Weide wird möglichst lange eine gute Milchleistung der Mütter angestrebt. Dies ist nur bei sehr hohem Futterangebot unter Inkaufnahme höherer Futterverluste oder durch eine strenge Weideführung, z.B. mit Umtriebsweiden, möglich. Beim Nachlassen des Futterwuchses im Spätsommer sollten die Lämmer die Möglichkeit haben, auf besseren Flächen vorzuweiden. Hierzu sind Durchlässe in den Zäunen erforderlich, die nur von den Lämmern genutzt werden können. Ist dies nicht möglich, empfiehlt es sich, an die Lämmer täglich 300 g Kraftfutter zuzufüttern. Burenziegen sind gehörnt. Um gegenseitige Verletzungen und das Hängenbleiben im Knotengitter zu vermeiden, ist es sinnvoll, die Lämmer zu enthornen. Eine ständige Parasitenkontrolle (Kotproben) und gezielte Wurmkuren sowie Klauenkorrekturen sind angebracht.

Als Stall eignen sich trockene, zugfreie Altgebäude, die zum Ein- oder Zweiraumlaufstall umgewandelt wurden. Sowohl im Stall als auch auf der Weide ist auf frisches, am besten fließendes Tränkwasserangebot zu achten.

Aufwand und Ertrag

Bei guter Fruchtbarkeit und optimalen Haltungsbedingungen werden je ha Fläche bis zu neun Masttiere und bis zu 130 kg Fleisch erzeugt. Da für Ziegenfleisch keine EG-Prämien gewährt werden, liegt der Deckungsbeitrag je ha Fläche niedriger als bei anderen Verfahren der Fleischerzeugung auf Grünland.

Ziegen im Kampf gegen die Sukzession (Verbuschung)300 KB

Landschaftspflege
Kletternde Ziegen
Nur die eingezäunte Sukzessionsparzelle ist dem scharfen Zahn der Ziegen entgangen und zu
einer Waldinsel auf der Ziegenweide in Mambach geworden.
"Baumziegen" Foto: K.H. Schreiber

Eignung zur Landschaftspflege

Extensive Beweidung mit Ziegen ist die einzige Weidemaßnahme mit durchschlagendem Erfolg in der Gehölzvernichtung und Verhinderung neuen Aufwuchses. Ziegen sind geländegängig, kletter-, marsch- und bewegungsfreudig, können auch steile und felsige Hanglagen beweiden und erreichen Blätter und Zweige von Büschen und Bäumen bis in 2 m Höhe.

Ziegenbeweidung

Die Ziegenbeweidung im Nordschwarzwald ist ein Beispiel für zahkreiche Privatinitativen
Foto: Ziegenzuchtverband Baden-Württemberg

Entsprechend eignen sich Ziegen v.a.

  • zur Erstpflege, zum Eindämmen und Beseitigen von Verbuschung,
  • zur Schaffung einer größeren Heterogenität auf der Fläche (Tritt, Ausbildung von Totholz, Verschiebung des Blühzeitpunktes der beweideten Pflanzen).

Die besten Effekte werden mit einer kurzen aber intensiven Beweidung erzielt. Bäume bzw. Sträucher, die erhalten werden sollen, müssen ausgezäunt werden.

Ziegen als Landschaftspfleger zur Verhinderung oder Beseitigung von Gehölzansiedlungen können auch in anderem Zusammenhang, z.B. zur Böschungspflege (auch steilster Böschungen), eingesetzt werden. Sie bedürfen
aber fachmännischer Betreuung und Führung beim Weidegang, die Temperament und Neugier in Grenzen halten.

Ziegen gegen Verbuschung
Ziegen öffnen einen halbverbuschten Magerrasen Foto: Ziegenzuchtverband Baden-Württemberg

Die Vorteile der Ziegenbeweidung:

  • Kostengünstige Pflege
  • Erhaltung seltener Tier- und Pflanzenarten
  • Abwechslungsreiches Landschaftsbild
  • Belebung der Landschaft durch Weidetiere
  • Luftaustausch durch erhaltene bzw. geschaffene Freifläche
  • Erzeugung hochwertiger Qualitätsprodukte
 

 

 

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