Landwirtschaft in
Baden-Württemberg


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Die regionalen Folgen der Erderwärmung für den Haushalt der Natur

Regional beobachtete phänologische Änderungen bei Obstbäumen und anderen Pflanzen

Gegenüber 1961 bis 1990 ist die Jahresmitteltemperatur in Baden-Württemberg zwischen 1991 und 1999 durchschnittlich um +0,83 °C gestiegen.

In Baden-Württemberg wurde von der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW), Umweltbeobachtungen und phänologische Daten des deutschen Wetterdienstes ausgewertet und Forschungsaufträge vergeben.

Die Phänologie befasst sich mit den im Jahresablauf periodisch wiederkehrenden Entwicklungserscheinungen in der Natur. Das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich übersetzt Lehre von den Erscheinungen .

Abbildung: Phänologischer Kalender i Quelle: Universität Gießen und Univ.-Prof. Dr. rer. nat. habil. Winfried Schröder, Dipl. Umweltwiss. Cordula Englert, Dr. rer. nat. Roland Pesch, Dr. rer. nat. Gunther Schmidt, Lehrstuhl für Landschaftsökologie, Hochschule Vechta und Prof. Dr. Reinhard Böcker, Institut für Landschafts- und Pflanzenökologie, Universität Hohenheim

Dabei ist z.B. das verfrühte Einsetzen der Blüte der Haselnuss (durchschnittlich 15 Tage früher), der Blüte des Schneeglöckchens und der Blüte der Forsythie festgestellt worden.

Die Verfrühung jahreszeitlicher Entwicklungen wurden auch bei landwirtschaflich bedeutenden Nutzpflanzen wie z.B bei Weinreben und Obstbäumen beobachtet.

Regionale meteorologische und phänologische Messnetze sind sehr aufwendig und es sind für eine gute Erfassung der Daten entsprechende finanzielle Mittel nötig. Letztlich zahlen sich aber diese Aufwendungen aus, wenn es darum geht die Folgen des Klimawandels einzuschätzen und entsprechende Anpassungsstrategien zu entwickeln und Gegenmaßnahmen einzuleiten. Beispielsweise können sich Krankheitserreger, die bisher nicht aufgetreten sind, in den neuen warmen Klimazonen ausbreiten oder es können sich die Umsetzungsprozesse im Boden durch die Zunahme der Erwärmung verändern.

Rapsaussaat

Quelle: Simone Graeff und Wilhelm Claupein, Institut für Pflanzenbau und Grünland, Universität Hohenheim

Ein Beispiel für die regional zu erwartenden Änderungen in Lebensräumen

Die Konsequenzen des Klimawandels für die Fauna und Flora in Baden-Württemberg könnten gravierend sein. Bis 2050 sind durch den zu erwartenden Klimawandel zwischen 15 und 37 Prozent der derzeitigen Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Es ist davon auszugehen, dass sich Lebensgemeinschaften verändern, da sie nicht als Gesamtheit dem Klimawandel folgen können. Die Umgestaltung der Ökosysteme könnten zu deren Instabilität führen. Ob die neu einwandernden oder anderweitig vom Klimawandel profitierende Arten diesen Schwund kompensieren können ist fraglich, da erschwerend für viele Arten hinzukommen dürfte, dass die Ökosysteme durch eine Vielzahl anderer, überwiegend menschlich bedingter Einflüsse geschädigt sind. Z.B. die Zerschneidung der Landschaft durch Verkehrswege oder viel zu weit auseinander liegende, geeignete Lebensräume in einer ansonsten intensiv genutzten Landschaft.

Hauptverursacher des CO2-Ausstoßes: Heizungen der Haushalte, Autoverkehr und Industrie

Durch Klimaänderung werden Lebensräume oder ausgewiesene Naturschutzgebiete verschwinden Z. B. Rückgang der Niederschläge und zunehmende Versteppung im Mittelmeerraum, der zugleich einen sehr wichtigen Überwinterungsraum zahlreicher europäischer Vogelarten darstellt oder Verlust der typischen Lebensräume der höheren Mittelgebirgslagen, die sich aus topographischen Gründen nicht weiter in höhere Lagen verschieben können; bei Anstieg des Meeresspiegels ist außerdem an der Küsten mit dem Verlust von Lebensräumen vor allem im Vordeichland zu rechnen. Sofern in Teilen Europas wie vorhergesagt abnehmende Niederschlagsmengen die Landwirtschaft massiv beeinträchtigen, wird dies vermutlich zu einer Intensivierung der Landnutzung in anderen Regionen führen. Die Probleme intensiver Landwirtschaft für den Artenschutz sind bekannt.

CO2 - Ausstoß gering

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