Der Begriff Nachhaltigkeit stammt ursprünglich aus dem Bereich der Forstwirtschaft. Und bedeutet, dass nur soviel Nutzholz dem Wald entnommen werden darf, wie auf natürliche Weise zum Nutzen der kommenden Generationen nachwächst. Anders ausgedrückt, man darf nur von den Zinsen leben und nicht vom Kapital, denn dieses würde dann eines Tages zu Ende sein.
Klatschmohn
Eiche
schwäbisch-hällisches Mutterschwein
Erstaunlich dabei ist, dass diese waldbaulichen Erkenntnisse bereits mit Beginn des 18. Jahrhunderts dort angewandt wurden und zum Erhalt der Wälder in Deutschland beigetragen haben.
Der Begriff der Nachhaltigkeit taucht im Visier der Öffentlichkeit verstärkt erst wieder in den 80-er Jahren auf, dort aber mit einem globalen Ansatz im Rahmen der Diskussionen über die zunehmenden Umweltbelastungen.
Einen Markstein in dieser Diskussion stellt der „Brundtland-Bericht“ dar.
Er wurde erstellt von der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (UN-Gründung) unter dem Vorsitz von Gro Harlem Brundtland, der damaligen Ministerpräsidentin von Norwegen im Jahre 1987.
Das von der Kommission vorgestellte Konzept einer nachhaltigen Entwicklung bildete zum ersten Mal die Grundlage einer integrativen globalen Politikstrategie.
So wurden herkömmlich als getrennt betrachtete Problembereiche wie u.a. Umweltverschmutzung in Industrieländern, globale Hochrüstung, Schuldenkrise, Bevölkerungsentwicklung und Wüstenausbreitung in der Dritten Welt in einem Wirkungsgeflecht gesehen, das durch einzelne Maßnahmen nicht würde gelöst werden können.
Im Bericht wird eine kurze aber zutreffende Erklärung gegeben, was eine nachhaltige Entwicklung ist. Sie lautet dort:
" Den Bedürfnissen der heutigen Generation zu entsprechen, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen"
Dieser Brundtlandbericht war auch einer der Hauptauslöser für die Umweltkonferenz in Rio de Janeiro 1992.
Weltweiter Raubbau an den natürlichen Ressourcen, die zahlreichen zunehmenden Störungen der Ökosysteme auf allen Ebenen brachten außerdem die Einsicht, dass ökologisches Gleichgewicht nur erreicht werden kann, wenn parallel ökonomische Sicherheit und soziale Gerechtigkeit gleichrangig angestrebt werden ( Magisches Dreieck der Nachhaltigkeit ).
Magisches Dreieck der Nachhaltigkeit
Denn zunehmende Ungleichheit zwischen Arm und Reich global (reiche Industrieländer, arme Entwicklungsländer) und lokal (ungleiche Verteilung von Vermögen, Einkommen und Macht/ Einfluss) in den einzelnen Staaten / Regionen ist im Zuge der Globalisierung zunehmend eine der Hauptursachen für den Raubbau an der Natur und die Störung der Ökosysteme geworden.
Als so genanntes Drei-Säulen-Konzept bezieht sich nachhaltige Entwicklung seit dem Rio-Gipfel 1992 also nicht mehr nur vorrangig auf den langfristigen Schutz von Umwelt und Ressourcen, sondern gleichermaßen auf die Verwirklichung sozialer und ökonomischer Ziele.
Wenn wir, weggehend von dieser globalen Sichtweise, uns vorrangig auf den Bereich der Nachhaltigkeit der Landwirtschaft konzentrieren wollen, so finden wir dort eine ganze Menge Ansätze, die aus dem zuvor Gesagten konkretisiert werden können
Eine solche nachhaltige Landwirtschaft und Landbewirtschaftung ist an folgenden Kriterien erkennbar:
in ökologischer Hinsicht:
Reinhaltung des Wassers und der Luft
verantwortungsbewußter Umgang mit Ressourcen
Verwendung umweltfreundlicher Energieformen
in gesundheitlicher Hinsicht:
Erzeugung natürlicher Produkte für die Herstellung von Lebensmitteln mit hoher Qualität
Erhalt und Verbesserung des ländlichen Bereichs als Lebensraum und Erholungslandschaft
in marktstrategischer Hinsicht:
Verbrauchernahe Vermarktung bei regionaler Orientierung und Kooperation
in sozialer Hinsicht:
soziale Absicherung der Mitarbeiter
Integration von Benachteiligten
Erhalt und Verbesserung des ländlichen Raums als Kulturraum
in pädagogischer Hinsicht:
Initiativen zur Umwelterziehung
Nutzen der verschiedenen Bildungspotentiale des Lebens und Wirtschaftens auf dem Land
in ethischer Hinsicht:
Ehrfurcht vor dem Leben und der Natur
Sicherung der Lebensgrundlagen künftiger Generationen
Da dies nur einen sehr groben Rahmen für eine nachhaltige Landwirtschaft darstellt, möchten wir euch mit den folgenden web-Adressen die Möglichkeit geben, euch weitere und tiefere Informationen zu diesem globalen und interessanten Thema zu erarbeiten:
Eines der Ziele ist, durch i Erziehung und i Bildung das Bewußtsein zu stärken, dass das Verhalten eines jeden Menschen Konsequenzen für die Lebensumstände vieler anderer Menschen in aller Welt hat. Das Aktionsprogramm setzt in allen Altersstufen der nationalen Erziehungs- und Bildungssysteme der Mitgliedsstaaten an und will die Prinzipien i nachhaltiger Entwicklung weltweit publik machen und beispielhaft umsetzen. Nachhaltige Entwicklung wird dabei in den Eckpunkten eines Dreieckes der Nachhaltigkeit durch Ökonomie, Ökologie und Soziales gekennzeichnet. Die politische Handlungsebene wird vielfach mit betrachtet, wie beim Konzept i Globales Lernen . Menschenrechte (siehe i Menschenrechtspädagogik ) und Interkulturelle Fragen der Umsetzung werden ebenfalls thematisiert (siehe i Interkulturelles Lernen ).