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Baden-Württemberg

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Landwirtschaft und Verbraucher
Was bedeuten diese Symbole im Text?: öd i

"Doas Esse auf em Tisch, wir zoeige Dir woher es isch!"

Lebensmittelerzeugung und Verbraucherschutz

Jeder Mensch braucht Lebensmittel zum Überleben. Werden die Lebensmittel im gleichen Haushalt erzeugt und verbraucht, entfallen Fragen zur Herkunft und die Qualität wird akzeptiert.

Fachgeschäft Naturkost
Verbraucher helfen mit
Verbraucherinformation
Copyright Fotos: NLE, Bonn/ T.Stephan und D.Menzler
Verbraucher: Mithilfe und Selbstbedienung
Wissenstransfer für Verbraucher

Die Eigenversorgung mit Lebensmitteln nimmt jedoch immer weiter ab. Verbraucher sind darauf angewiesen, das, was sie zum Essen und Trinken benötigen, einzukaufen. Je größer die Distanz der Konsumenten von der Lebensmittelerzeugung, desto wichtiger wird die genaue i Kennzeichnung der Lebensmittel. Wo kommt die Ware her, wie weit und wie lange wurde sie transportiert? Wie wurde sie erzeugt und behandelt? Oft ist der Preis alleiniges Entscheidungskriterium für den Kauf eines Produktes.

Lebensmittelskandale, wie sie in letzter Zeit gehäuft an die Öffentlichkeit gekommen sind, führen leider nur kurzfristig dazu, die Verbraucher kritischer zu machen. Sehr schnell wird beim Einkauf zum gewohnten Verhalten zurückgekehrt.

Feldgemüseanbau

Landwirtschaftlicher Betrieb mit Feldgemüseanbau

Landwirtschaft und Verbraucher

Landwirte und Verbraucher stehen in einem wechselseitigen Abhängigkeitsverhältnis zueinander.

Rund 71.000 landwirtschaftliche Betriebe erzeugen in Baden-Württemberg hochwertige Lebensmittel, die über kurze Wege schnell auf den Markt kommen.

Alle 10,5 Mio. Einwohner Baden-Württem­bergs sind als Verbraucherinnen und Verbraucher wichtige Partner der heimischen Landwirtschaft. Sie verkörpern einen Markt „quasi vor der Haustür".

Damit die Partnerschaft Erzeuger - Verbraucher funktioniert, ist ein wechselseitiges Verständnis der Positionen notwendig. Landwirte müssen Verbraucherwünsche berücksichtigen, um die Stellung der Landwirtschaft im Land nachhaltig zu sichern und Verbraucher sollen über die besonderen Produktionsbedingungen und die angewandten Produktionsverfahren der heimischen Landwirte Bescheid wissen, um auch in Zukunft Qualitätsprodukte erzeugernah kaufen zu können.

Die Situation der Landwirte

Die Landwirte in Baden-Württemberg produ­zieren angesichts der gegebenen strukturellen und natürlichen Verhältnisse in vielfach benachteiligten Gebieten weniger kostengünstig, als ihre Konkurrenten auf dem globalisierten Markt. Darüber hinaus haben sie höhere Auflagen im Pflanzen- und Tierschutz und müssen strenge Umweltauflagen berücksichtigen. All diese Einschränkungen führen zu höheren Produktionskosten und somit zu höheren Erzeugerpreisen.

 

 

Salatanbau

Feldgemüseanbau: Salat, Kohlrabi, Lauch

Die Situation der Verbraucher

Die Anteile der Ausgaben für Lebensmittel an den gesamten Verbraucherausgaben gehen permanent zurück. Während 1950 der Anteil der Nahrungsmittelausgaben am privaten Verbrauch 44 % betrug, ist er mittlerweile auf 12 – 16 % (je nach Haushaltstyp) abgesunken. Auch bei Kaufentscheidungen für Lebensmittel ist bei den Kunden zunehmend eine „Schnäppchenjägermentalität“ zu beobachten. Waren heimischer Herkunft haben jedoch einen besonderen Wert und damit auch ihren Preis:

  • In jüngster Zeit wird sehr viel in die i Qualitätssicherung der Erzeugung und damit auch in die Verbesserung der Verbrauchersicherheit investiert.
  • Betrachtet man die Ökobilanz, so schlagen sich kurze Wege vom Erzeuger bis zum Verbraucher sehr positiv nieder.
  • Durch eine aktive landwirtschaftliche Nutzung unserer Kulturlandschaft wird die typische Landschaftsausprägung in Baden-Württemberg mitgestaltet. Das bewusste Nachfragen heimisch erzeugter Nahrungsmittel ist ein Beitrag des einzelnen Verbrauchers zur Erhaltung unserer heimischen Kulturlandschaft. Damit wird gleichzeitig ein entscheidender Beitrag zur hohen Wohn- und Standortqualität in Baden-Württemberg geleistet.

Voraussetzung dafür, dass die Vorteile der heimischen Agrarproduktion erkannt und geschätzt werden, sind aufgeklärte Verbraucher, die externe Effekte bewusst in ihre Kaufentscheidungen einbeziehen.

 

Dies bedeutet beispielsweise, dass nicht unbedingt das billigste Lebensmittel in der Gesamtbewertung auch auf Dauer das preiswerteste ist. Die Verbraucher erhalten bei Waren, die von der einheimischen Landwirtschaft erzeugt werden, einen garantierten Herkunftsnachweis und die Zusicherung entsprechender Qualitäten. Dies sollten sie gegenüber einem vermeintlich billigeren Produkt, das im Supermarkt mit unbekannter Herkunft erworben wird, abwägen.

Wie werde ich Hauswirtschafter/in?

Ernährungszentren

Im November 1996 hat der Ministerrat das Ministerium Ländlicher Raum Baden-Württemberg beauftragt, Modell-Ernährungszentren zu schaffen. Die baden-württembergische Landwirtschaftsministerin Gerdi Staiblin war Initiatorin dieses Pilotprojektes.
In jedem Regierungsbezirk wurde je ein Ernährungszentrum eröffnet:

Ernährungszentren

 

Welche Ziele haben die Ernährungszentren?

Umfassende und objektive Aufklärung über Ernährungs- und Lebensmittelfragen (Grundlage: Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung)

Vermittlung von Kenntnissen auf der Produktionsebene

Abbau von Unsicherheiten

Verbesserung des Gesundheitszustandes durch Verhütung ernährungsbedingter Erkrankungen

Vermittlung von Kenntnissen über den sachgerechten Umgang mit Lebensmitteln und der Zubereitung von Speisen

Förderung der heimischen Landwirtschaft

Die regionalen Folgen des Klimawandels

Folgen des Klimawandels

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