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Geflügel

Der Sammelbegriff Geflügel umfasst Vögel, welche als Nutztiere gezüchtet wurden wie z.B. Hühner, Enten, Gänse, Truthühner, Perlhühner, Wachteln oder Tauben.
Wildgeflügelarten wie z.B. Fasan oder Rebhuhn werden auf der Jagd erlegt und dienen dann auch der menschlichen Ernährung.

Geflügel schmeckt nicht nur gut , sondern ist durch die Nutzung der Federn z.B. im Daunenbett und durch die Nutzung von Eiern (Backwaren, Nudeln, Spiegelei etc) sehr beliebt.

Hühner
Hahn mit Hennen
Freilaufende Hühner
Hahn mit Hennen

Bei der Geflügelzucht verfolgt man das Ziel die Fleischleistung oder die Legeleisung der Tiere zu verbessern.
Geflügel als Nahrung hält fit. Denn das Fleisch enthält wenig Fett und viel leicht verdauliches Eiweiß. Der durchschnittliche europäische Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei 21 kg, in den USA werden sogar 44 kg pro Kopf verbraucht. In Deutschland steigt der Geflügelfleischverbrauch stetig an. Zur Zeit liegt er bei 17,5 kg Verbrauch pro Kopf. Tiefgefrorenes Geflügel sollte langsam aufgetaut werden z.B. im Kühlschrank bei 4 Grad Celsius und die Auftauflüssigkeit sollte wegen Salmonellengefahr weggeschüttet werden. Dann das Geflügel gründlich waschen und bei 70 bis 80 Grad Celsius durchgaren.

Henne und Hahn
Hühner und Hähne
Henne und Hahn
Hühner und Hähne

Das Risiko einer Einschleppung der sogenannten "Vogelgrippe" durch Zugvögel bedeutet eine potetielle Gefahr für das Geflügel aber auch für den Menschen, wenn das Virus sich verändert und für Meschen ansteckend wird.

Hühner

Eierproduktion und Schlachtgeflügelhaltung

Legehennen

Seit 1991 hat sich die baden-württembergische Eiererzeugung kontinuierlich verringert. Im Jahr 2000 deckte die heimische Eiererzeugung noch 40% des Bedarfs, im Bundesdurchschnitt waren es immerhin 74%.

Freilaufhaltung
Futtertrog
Truthühner
Copyright: BLE, Bonn T.Stephan Freilaufhaltung
Futtertrog
Truthühner

Etwa die Hälfte der in Baden-Württemberg erzeugten Eier stammen aus spezialisierten Geflügelhaltungsbetrieben mit jeweils mehr als 3.000 Hennenplätzen. Dort werden die Hennen überwiegend in Käfigen oder in Legebatterien gehalten. Mittlerweile sind knapp 11% der Produktionskapazitäten als Boden-, Auslauf- oder Freilandhaltungen eingerichtet im Vergleich zu nur 4% im Jahr 1990.

Nach EU-Richtlinie 1999/74/EG dürfen ab 1. Januar 2003 keine neuen Käfiganlagen mehr gebaut werden. Die bestehenden Anlagen können noch bis 2012 betrieben werden. In Deutschland dürfen Käfiganlagen bereits seit dem In-Kraft-Treten der Legehennenverordnung am 13. März 2002 keine neuen Käfiganlagen mehr gebaut werden. Die Übergangsfristen für bestehende Käfiganlagen laufen Ende 2006 aus.

Um den Legehennenhaltern die Umstellung auf die neuen Haltungseinrichtungen in angemessener Zeit zu ermöglichen, soll die Weiterbenutzung der bisher üblichen Käfige durch Verlängerung der Übergangsfrist über den 31. Dezember 2006 hinaus bis zum 31. Dezember 2008 nur bei Nachweis eines verbindlichen Betriebs- und Umbaukonzeptes auf zulässige alternative Haltungseinrichtungen gestattet werden. Ab 1. Januar 2009 ist dann die bisher übliche Käfighaltung endgültig verboten. Begonnene Umstellungen müssen bis Ende 2009 abgeschlossen sein. Für die nach EG-Recht zugelassenen ausgestalteten Käfige soll die Übergangsfrist bis 2020 verlängert werden.

Deshalb hat der Bundesrat beschlossen, als Alternative, parallel zur Boden- und Freilandhaltung, die Haltung von Legehennen künftig auch in tiergerechten Kleinvolieren (Kleingruppenhaltung) zuzulassen.

Eiercode
0 = Haltungskategorie: ökologisch
DE = Herkunftsland: Deutschland
2234571 = Betriebsnummer

Ab Januar 2004 müssen alle Eier mit einem 12-stelligen Erzeugercode gekennzeichnet sein, der auf die Haltungsart und die Herkunft der Eier verweist.

Vor allem Kunden, die Eier aus artgerechter Haltung kaufen wollen können dadurch ersehen aus welcher Haltungsform das Ei stammt. Es gibt vier möglichen Haltungskategorien: 3 bedeutet Käfighaltung, 2 bedeutet Bodenhaltung, 1 bedeutet Freilandhaltung und 0 bedeutet ökologische Haltung.

Neben dem Haltungstyp enthält der Eiercode auch ein Kürzel für das Herkunftsland und eine Kennziffer für den Eierproduzenten. Die 7-stellige Zahl dahinter gibt genau den Betrieb an, aus dem das Ei stammt. Nähere Informationen dazu gibt es bei den Verbraucherzentralen oder unter i www.was-steht-auf-dem-ei.de . Man kann damit die Herkunft jedes Eis bis in den Legehennenstall zurückverfolgen. Nur die direkt vermarkteten Eier vom Bauern oder auf dem Wochenmarkt sind noch von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen.

Freilaufhaltung

Freilandhaltung von Legehennen Foto: Bigdutchman

Schlachtgeflügel

Der weltweite Verzehr von Geflügelfleisch hat im letzten Jahrzehnt beständig zugenommen. Überwiegend wird Hähnchen- und Putenfleisch erzeugt, die Produktion von Enten- und Gänsefleisch spielt nur eine untergeordnete Rolle. In Deutschland werden rund 15 kg Geflügelfleisch pro Kopf verbraucht. Aufgrund eines niedrigen Selbstversorgungsgrades ist Deutschland auf Importe angewiesen.

Futterzugaben

Puten

Puten- oder Truthähne und Truthennen*

junge Truthühner Putenhaltung

Putenhaltung

Schon die Indianer und Azteken haben wilde i Truthühner gezähmt und in großen Herden gehalten. Seefahrer haben sie 1520 nach Europa gebracht. In den Steppen der USA und Mexikos gibt es auch heute noch wild lebende Tiere. Diese können - im Gegensatz zu den auf Mastleistung gezüchteten Puten - noch gut fliegen und sitzen gerne auf Gehölzen. Als Steppenbewohner bis in Höhen von 3000 m kommen die erwachsenen Tiere mit Temperaturschwankungen gut zurecht. Hohe Luftfeuchtigkeit aber vertragen weder die wild lebenden Puten noch die Masttiere.

Truthühner sind die am schwierigsten zu haltende Geflügelart , insbesondere die ersten 6 Lebenswochen, also die Aufzuchtphase, ist besonders kritisch. In hellen gut belüfteten Ställen versucht man den hohen Ansprüchen nach viel Frischluft und Tageslicht gerecht zu werden. Der Auslauf im Grünen wäre für die Puten sicher gesundheitsfördernd, wenn sie nicht die Grasnarbe zerstören würden und hier die Trockenheit der amerikanischen Steppen vorherrschen würde. Nässe und Nebel hingegen machen die Tiere krank.

Vertragsmast

Im Putenaufzuchtstall ist sowohl eine Raum- als auch eine Zonenheizung, denn die Küken brauchen viel Wärme. Der gesamte Stallraum muss auf 20°C aufgeheizt werden, unter den Gasstrahlern herrschen bis zu 35°C - so können die Küken den Temperaturbereich wählen in dem sie sich wohlfühlen.

Hahnen- und Hennenküken kommen als Eintagsküken nach Geschlecht sortiert in getrennte Abteile, die mit staubfreien Hobelspänen eingestreut sind. Stroh ist in diesem frühen Stadium ungeeignet, da es zu Bildung von „Kropf- oder Magenwickeln" führt, wenn es von den Küken verschluckt wird.

Nach 6 Wochen sind die Tiere voll befiedert, aber um Klimaschwankungen auszugleichen zu können sollen auch während der Mast Heizstrahler einsatzbereit sein.

Dann kann mit Stroh eingestreut bzw. nachgestreut werden.

Bei Hennen ist das erwünschte Endgewicht in der 12. bzw. 16. Lebenswoche erreicht - sie wiegen bei Kurzmast 5 bis 6 kg und bei Langmast 8 bis 9 kg. Hähne werden wesentlich schwerer - in der Kurzmast in 12 Wochen 7 bis 8 kg, in der Schwermast bei 22 Wochen Haltungsdauer 18 bis über 22 kg.

Die sogenannten „Babyputen" mit 3 bis 5 kg sind fast ausschließlich Hennen leichter Mastrassen. Beides ist z.Zt. nicht kostendeckend zu produzieren, da Putenküken relativ teuer sind. Verdient wird an den schweren Hähnen.

Bei einer Ausschlachtung um 70 % ist klar, dass nur die Babypute und die Kurzmasthenne im normalen Haushalt als ganzes Tier zubereitet werden können. Schwerere Schlachtkörper gehen über die Zerlegung in die Teilvermarktung, Reste in die Wurst.

Bei Puten ist ein 6 Phasen-Futterprogramm notwendig, um dem unterschiedlichen Nährstoffbedarf der stark auseinanderwachsenden Hähne und Hennen gerecht zu werden.

Bei einer Futterverwertung von etwa 1:2,8 wird von der 8 kg Henne insgesamt 22 kg und vom 20 kg Schwermasthahn 56 kg Futter gefressen. Es setzt sich aus einer Mischung von Weizen, Sojaschrot, Gerste, in der Starterphase auch Mais, Erbsen- oder Ackerbohnen, Grünmehl, Pflanzenöl, Mineralstoffen und Vitaminen - entsprechend dem Bedarf in der jeweiligen Phase - zusammen. Das Futter wird als Pellets, Krümel, Grieß oder auch als Mehl zur freien Aufnahme in Trögen den Tieren angeboten. Auch bei Puten ist die Beifütterung ganzer Weizenkörner möglich.

Puten nehmen 2 bis 2 ½ mal so viel Wasser wie Futter auf, dieses muss Trinkwasserqualität haben. Nippeltränken haben sich bisher nicht bewährt - Puten trinken aus Cups, welche unbedingt sauber gehalten werden müssen. Über den Wasserverbrauch ist eine zusätzliche Bestandeskontrolle möglich - Schwankungen kündigen Krankheiten frühzeitig an.

 

 

DSL Anschluss nötig: Film: Junge Pfauen Laufenten
Film: Erster Ausflug der jungen Pfauen mit DSL Laufente
Nur mit DSL-Anschluss

Direktvermarktung

Puten für die Direktvermarktung sind oft in umgenutzten Altgebäuden untergebracht. Viele Landwirte haben die Erfahrung gemacht, dass die Verluste in der Aufzucht sehr hoch sein können und die Putenmast somit keinen Gewinn abwirft. Durch den Zukauf von 4 bis 6 Wochen alten Puten ist die sensible Aufzuchtphase vorbei, die Tiere sind nicht so empfindlich und können in primitiven Schuppen oder schlechter klimatisierten Ställen gehalten werden.

Ente

Da es sich bei Direktvermarktung um geringe Tierzahlen handelt und der Direktvermarkter über einen höheren Verkaufpreis geringeren Zunahmen ausgleichen kann werden häufig nur 3 Futtertypen, beim Zukauf von Puten nach der Aufzuchtphase auch nur 2 Futtertypen eingesetzt. Unter Umständen können über eine Eigenmischung und / oder Weizenbeifütterung die Futterkosten gesenkt werden.

*Puten, Tierhaltung LRA Reutlingen

 

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