Vertragsmast
Im Putenaufzuchtstall ist sowohl eine Raum- als auch eine Zonenheizung, denn die Küken brauchen viel Wärme. Der gesamte Stallraum muss auf 20°C aufgeheizt werden, unter den Gasstrahlern herrschen bis zu 35°C - so können die Küken den Temperaturbereich wählen in dem sie sich wohlfühlen.
Hahnen- und Hennenküken kommen als Eintagsküken nach Geschlecht sortiert in getrennte Abteile, die mit staubfreien Hobelspänen eingestreut sind. Stroh ist in diesem frühen Stadium ungeeignet, da es zu Bildung von „Kropf- oder Magenwickeln" führt, wenn es von den Küken verschluckt wird.
Nach 6 Wochen sind die Tiere voll befiedert, aber um Klimaschwankungen auszugleichen zu können sollen auch während der Mast Heizstrahler einsatzbereit sein.
Dann kann mit Stroh eingestreut bzw. nachgestreut werden.
Bei Hennen ist das erwünschte Endgewicht in der 12. bzw. 16. Lebenswoche erreicht - sie wiegen bei Kurzmast 5 bis 6 kg und bei Langmast 8 bis 9 kg. Hähne werden wesentlich schwerer - in der Kurzmast in 12 Wochen 7 bis 8 kg, in der Schwermast bei 22 Wochen Haltungsdauer 18 bis über 22 kg.
Die sogenannten „Babyputen" mit 3 bis 5 kg sind fast ausschließlich Hennen leichter Mastrassen. Beides ist z.Zt. nicht kostendeckend zu produzieren, da Putenküken relativ teuer sind. Verdient wird an den schweren Hähnen.
Bei einer Ausschlachtung um 70 % ist klar, dass nur die Babypute und die Kurzmasthenne im normalen Haushalt als ganzes Tier zubereitet werden können. Schwerere Schlachtkörper gehen über die Zerlegung in die Teilvermarktung, Reste in die Wurst.
Bei Puten ist ein 6 Phasen-Futterprogramm notwendig, um dem unterschiedlichen Nährstoffbedarf der stark auseinanderwachsenden Hähne und Hennen gerecht zu werden.
Bei einer Futterverwertung von etwa 1:2,8 wird von der 8 kg Henne insgesamt 22 kg und vom 20 kg Schwermasthahn 56 kg Futter gefressen. Es setzt sich aus einer Mischung von Weizen, Sojaschrot, Gerste, in der Starterphase auch Mais, Erbsen- oder Ackerbohnen, Grünmehl, Pflanzenöl, Mineralstoffen und Vitaminen - entsprechend dem Bedarf in der jeweiligen Phase - zusammen. Das Futter wird als Pellets, Krümel, Grieß oder auch als Mehl zur freien Aufnahme in Trögen den Tieren angeboten. Auch bei Puten ist die Beifütterung ganzer Weizenkörner möglich.
Puten nehmen 2 bis 2 ½ mal so viel Wasser wie Futter auf, dieses muss Trinkwasserqualität haben. Nippeltränken haben sich bisher nicht bewährt - Puten trinken aus Cups, welche unbedingt sauber gehalten werden müssen. Über den Wasserverbrauch ist eine zusätzliche Bestandeskontrolle möglich - Schwankungen kündigen Krankheiten frühzeitig an. |