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Fischerei am Bodensee


Netzfang / Seehecht

Die Fischerfamilie Heyer am Bodensee

Einer der ältesten Berufe überhaupt ist der des Fischers. Auch am Bodensee ist die Fischerei eines der ältesten Gewerbe. Heute gibt es noch etwa 130 Berufsfischer rund um den Bodensee.
Mehrmals am Tag wird auf den Bodensee hinausgefahren um Netze einzuholen und auszulegen. Auch bei Wind, Nebel und Regen. Zuerst am Morgen zwischen vier und sechs Uhr, je nach Jahreszeit, dann tagsüber werden Netze ausgebracht und eingeholt und zuletzt wieder am Abend. Das ist kein 8 Stundenjob sondern eine Berufung. Mit viel Handarbeit und umsichtigem Gespür müssen die vielfältigen Aufgaben bewältigt werden. Für alle Hauptfische gibt es bestimmte Netze und Fangmethoden. Die Fischart Felchen, ein wohlschmeckender und mit wenigen Gräten ausgestatteter forellenartiger Bodenseefisch, wird beispielsweise mit Schwebnetzen gefangen. Der Barsch wird hingegen mit auf dem Grund des Bodensees haftenden Netzen gefangen. Es gibt viele Vorschriften die eingehalten werden müssen: Fischzonen (Abkommen zwischen den Anliegerstaaten Deutschland, Schweiz und Österreich), Maschenweite der Netze, Schonzeiten etc.

Film 1: Die Fischerin erzählt

Film 2: Fischfang am Bodensee

Film 3: Verarbeitung von Fisch

Zwei Fischerboote hat der Betrieb

 

Früher hatten Heyers den Fischfang direkt vor Ort in Ihrem Fischerhaus weiterverarbeitet. Dies bedeutete durch die Räucherei aber Geruchs- und Lärmbelästigung der zahlreichen Touristen im Ort, sodass die Verarbeitung in ein Gewerbegebiet ausserhalb des Ortes verlagert werden musste.


Fischverarbeitung

 

Verkaufsraum / Auf See

Im Fischer- bzw. Wohnhaus wird der verarbeitete Fisch an Gäste, Kunden und Gartronomiebetriebe verkauft. Ein Teil der Ganzfische wird mit Buchenholz geräuchert, ein Teil zu Filetstücke zerlegt und frisch verkauft.

Barsch / Weissfisch und Forelle
Geräucherter Felchen / geräucherter Al

Es wird praktisch alles selbstvermarktet und nichts hinzugekauft, obwohl die Nachfrage in den letzten Jahren durch den Rückgang der Fischfangerträge größer ist als das Angebot.
Gerade der Felchenfisch ist Mangelware geworden. Vermutlich ist das sehr viel klarer gewordene Bodenseewasser an dem Rückgang bis zu 2/3 der Erträge schuld. Denn ohne Nährstoffeinträge wie z.B. Phosphat gibt es weniger Algen, welche wiederum als Futter für die Fische dienen. So rechnen die Bodenseefischer bei einem weiteren Rückgang des Phosphatgehaltes unter 8 mg/m³ Wasser mit noch größeren Einbußen.
Eine Besonderheit für die Fischerei Heyer ist die Genemigung für den Laichfischfang. Die gefangenen Fische mit "Laich", also die Fischeier, werden an die Fischbrutanstalt verkauft.

Fischerhaus / Schild
Bäume am See

In der baden-württembergischen Fischbrutanstalt Langenargen werden für den Bodensee etwa 20 Millionen Bestandfische angezogen. Aber nur etwa 2 Millionen davon kommen dann über den Fischfang wieder zurück an Land bzw. auf den Teller.

Bodensee

Einige Zahlen zur Fischerei in Baden-Württemberg:

Forellenproduktion:

Speiseforellen: ca. 5000 t

Satzforellen: ca. 600 t

Nebenfische ca. 600 t

Karpfenproduktion:

ca. 200 t Karpfen

Kreislaufanlagen( Fischproduktion in Rundbecken):

50 t Wels

3 t Streifenbarsch

2 t Störe

2 t Zander

Bodensee:

ca. 380 t ( davon ca. 70 % Felchen)

Rhein:

ca. 30 t

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