Landwirtschaft in
Baden-Württemberg

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Aufgaben der Landwirtschaft
Bevölkerungsentwicklung in BW

Die primäre Funktion der Landwirtschaft wird vor allem dann sichtbar,
wenn sie diese nicht erfüllen kann: in Zeiten von Hungersnöten.
Obwohl diesem Aspekt in der heutigen Diskussion über die Landwirtschaft
in Mitteleuropa kaum Beachtung geschenkt wird, ist die Erhaltung der
Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln auch heute eine wesentliche Aufgabe
unserer Landwirtschaft.

Kinder essen gerne Kartoffeln

Heiße Speisekartoffeln

Entscheidend für die Ernährungssicherstellung der Bevölkerung ist eine kontinuierliche landwirtschaftliche Produktion. Die Reformen des 18. und 19. Jahrhunderts sahen hierzu eine gute Ausbildung der Bauern als unabdingbar an. Die allgemeine Volksschulpflicht erreichte schon bald auch die Kinder der Bauernfamilien in den ländlichen Räumen. Erst als diese sich endgültig durchgesetzt hatte, war ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu einer breitgefächerten landwirtschaftlichen Berufsausbildung getan. 1864 wurden in Baden die ersten Landwirtschaftschulen als landwirtschaftliche Winterschulen eingerichtet.

Lebensmittel Fleisch

Lebensmittel Fleisch

Ein messbares Ergebnis dieser Ansätze waren steigende Erträge der Landwirtschaft.

Die Entwicklung der Volkswirtschaft, und damit auch der Landwirtschaft, wurde entscheidend beeinflusst von Forschungen in der Agrarchemie, der Agrarbiologie sowie vor allem durch neue Entwicklungen in der Agrartechnik und deren praktischen Umsetzung auf den Betrieben.

Voralpenland

Das Allgäu. Im Hintergrund die Alpen. Foto: LMZ Nr. 001003


Krasser Strukturwandel und Rationalisierungsschub nach dem 2. Weltkrieg

Strukturwandel
Fotos: Fendt Werkfoto, Helen Raeder, Wieland

Lebten in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts noch 70 bis 75% der Erwerbstätigen von der Landwirtschaft, so waren es 1950 nur noch 26%. Heute sind es schon nur noch 2,4% in Baden-Württemberg (ca. 118 000).

Die Aufgabe, die stetig wachsende Bevölkerung mit Nahrungsmitteln zu versorgen übernahm eine immer geringer werdende Anzahl von Landwirten.

1950 ernährte ein Landwirt 10 Menschen, heute sind es 119.

Der Strukturwandel in der deutschen Landwirtschaft war insbesondere in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg enorm. Betrug der Arbeitskräfteeinsatz 1949 noch ca. 30 Arbeiter pro 100 Hektar, so hat sich dies nach dem 2. Weltkrieg wesentlich geändert. Heute werden im Mittel der Betriebe ca. 4 Arbeitskräfte pro 100 ha benötigt.

Bergbauernhaus

Schweizerhaus Foto: LMZ Nr.005380
und Bauernhaus Foto: LMZ Nr. 010160

Durch Abwanderung ehemals in der Landwirtschaft Beschäftigter in die Industrie, verlor die Landwirtschaft 78% der Fremdarbeitskräfte und 64% der Familienarbeitskräfte. Ein beispielloser Rationalisierungsschub in der Landwirtschaft war notwendig, um diesen Arbeitskräfteverlust zu ersetzen und gleichzeitig die Erträge der steigenden Nachfrage anzupassen. So stiegen z.B. die Weizenerträge/ha im Zeitraum von 1950 – 2001 von 24,3 dt auf 69,8 dt.

Stand in den letzten Jahrhunderten vorwiegend die Grundversorgung mit Nahrungsmitteln im Vordergrund, sind heute Kriterien wie Nahrungsmittelqualität und Genusswert sowie Herkunft und Art der Produktion beim Kauf von landwirtschaftlichen Produkten mitentscheidend.

Vor diesem Hintergrund werden von den Landwirten in zunehmendem Maße Produktionsverfahren gewählt, die ökologisch und umweltschonend ausgerichtet sind und auch den Ansprüchen einer artgemäßen Tierhaltung entsprechen.

Die so erzeugten Produkte konkurrieren an der Ladentheke mit Billigangeboten meist unbekannter Herkunft und unbekannter Produktionsweise um die Gunst der Verbraucher.

Durch den weltweiten Handel mit Lebensmitteln und die Austauschbarkeit der Rohstoffe bei der Weiterverarbeitung sind die bäuerlichen Familienbetriebe einem harten Wettbewerb ausgesetzt, der durch hohe Umweltstandards und kleinräumige Strukturen in Baden-Württemberg noch verschärft wird.

Getreideernte Abtransport von Getreide
Getreideernte mi Mähdrescher 2005
Transportgespann

Die landwirtschaftlichen Landesanstalten in Baden Württemberg im Überblick:

Staatliche Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt
( LUFA )

Landesanstalt
für Entwicklung der Landwirtschaft
und der ländlichen Räume
( LEL )

Landesanstalt für Pflanzenschutz
( LFP )

Staatliche Milchwirtschaftliche
Lehr- und Forschungsanstalt
( MLF)

Staatliches Weinbauinstitut
( WBI )

Haupt- und
Landgestüt Marbach
( HuL )

Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für den Gartenbau
( LVG )

Staatliche Lehr- und
Versuchsanstalt Aulendorf
( LVVG )

Akademie für Landbau und Hauswirtschaft
( ALH )
Landesanstalt für
Schweinezucht
( LSZ )

Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau
( LVWO )

Landesanstalt für Pflanzenbau
Forchheim
( LAP )
Institut für umweltgerechte
Landbewirtschaftung
( IFUL )


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