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Agrargeschichte
Was bedeuten diese Symboleim im Text?: öd i

Bäuerliche Arbeit und Kulturlandschaft

Dorflandschaft 1625

1. Dorflandschaft 1625 und 2. Ulmer Bauerntrachten
Fotos: LMZ Nr 045199 und 001407

Wer heute einen landwirtschaftlichen Betrieb besucht, wird auf modernste Technik und mechanisierte Arbeitsabläufe stoßen. Dennoch verrichten die Landwirte auch heute noch eine der ältesten und ursprünglichsten menschlichen Arbeiten: sie erzeugen unsere Nahrungsmittel, indem sie die natürlichen Ressourcen nachhaltig nutzen.

Alter Traktor

1. Eines der ersten mit Motor betriebenen Bodenbearbeitungsgeräte (Traktor)
2. Mit Hilfe des elektrisch betriebene Walzenstuhls wird 1920 in der Mühle von
Sindringen Mehl gemahlen

Das heutige Bild der Landwirtschaft ist das Ergebnis einer langen Entwicklung

Der Übergang vom nomadischen Leben als Jäger und Sammler zum ortsgebundenen Landwirt bedingte die Entwicklung von Nutzpflanzen und Nutztieren und damit neue Formen der Bodenbewirtschaftung und Tierhaltung. Gleichzeitig ist dieser Prozess der Beginn einer vom Menschen geprägten Kulturlandschaft.

Im süddeutschen Alpenvorland lässt sich der erste Getreideanbau für die Zeit zwischen 6700 und 4600 v. Chr. nachweisen. Dies wird als der Beginn der bäuerlichen Kultur und einer vom Menschen geprägten Kulturlandwirtschaft angesehen. Die Bauern der
i Jungsteinzeit siedelten zuerst entlang der Donau, in den fruchtbaren Gäulandschaften und in Bördegebieten.

Nur mit DSL Film: So wurde früher gedroschen

Heuwägen im Freilichtmuseum Wackershofen

Nur mit DSL: Film: So wurde früher gedroschen

Die Ansiedlungen und die verschiedenen Formen der Landwirtschaft, wie das Marschbauerntum der Nordseeküsten oder das Almbauerntum in Höhenlagen bis zu 2.000 m, der Weinbau an warmen Südhängen und Flusstälern und der großflächige Ackerbau auf nährstoffarmen Sandböden, entwickelten sich aus den jeweiligen geographischen und klimatischen Standortbedingungen.

Die schwere Arbeit ließ die Bewirtschaftung von größeren Flächen nicht zu. Wald musste gerodet und die Saat von Hand ausgebracht werden. Einfache Geräte wie Egge oder Wühlpflug, der von einem Gespann gezogen wurde, sind erst seit 2000 bis 1500 v. Chr. nachweisbar. In diese Zeit fallen ebenfalls die gezielte Züchtung von Kulturpflanzen sowie die Domestikation von Wildtieren.

Raupenschlepper

1. Raupenschlepper 1930
2. Aufladen von Garben Foto: LMZ Nr.020881

Die Landwirtschaft entwickelte sich immer im Zusammenhang mit anderen Neuerungen. Die Entwicklung der Siedlungen, das Ansteigen der Bevölkerung, die Strukturen der politischen und sozialen Systeme bis schließlich zur arbeitsteiligen Gesellschaft der Industrienationen, stellten und stellen die Landwirtschaft immer wieder vor neue Aufgaben und fordern eine stetige Entwicklung neuer Bewirtschaftungsformen.

Getreide

1. Getreidegarben.
2. Bäuerin beim Säen Foto: LMZ Nr. 006870

Zeugen bäuerlicher Kultur

Die Entwicklung unserer bäuerlichen Kultur wird den Besuchern von historischen Bauerndörfern deutlich. Gerade wenn die Bauten nicht nur kunsthistorisch betrachtet werden, sondern ebenfalls nach den sozialen, wirtschaftlichen und politischen Bedingungen gefragt wird, die das Leben auf den Höfen bestimmten, dann werden solche Museen Zeugen einer höchst differenzierten Kulturentwicklung.

Heutige bäuerliche Kultur

Auslauf für Kühe
 
Hofanlage
Stallhaltung mit Auslauf
Hofanlage
Stall
 
Saatbeetkombination
Stallanlage
Saatbeetkombination

 

Freilandmuseum Wackershofen

Blick auf das Hohenloher Freilandmuseum Wackershofen Foto: Freilandmuseum

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